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Was steht im Untersuchungsbericht über Missbrauch in den evangelischen Kirchen?
Die zentrale Untersuchung zu diesem Thema ist die ForuM-Studie (Forschung zur Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt und anderen Missbrauchsformen in der Evangelischen Kirche und Diakonie), die am 25. Januar 2024 in Hannover vorgestellt wurde. Der Forschungsverbund begann 2020 mit einer breit angelegten unabhängigen Studie, die Ausmaß und Begünstigungsfaktoren sexualisierter Gewalt im Raum der evangelischen Kirche und Diakonie untersuchte, mit Fokus auf minderjährige Betroffene im Zeitraum von 1946 bis 2020. Der über 800-seitige Abschlussbericht gliedert sich in fünf Teilprojekte und eine Metastudie und wurde von einem interdisziplinären Team aus Sozialer Arbeit, forensischer Psychiatrie, Sozialpädagogik und Geschichtswissenschaft erstellt, gestützt auf Aktenanalysen, Interviews mit Betroffenen und Institutionsvertretern sowie eine Analyse der öffentlichen EKD-Kommunikation.
Zahlen: Die Forscher gehen von mindestens 1.259 Beschuldigten – darunter 511 Pfarrpersonen – und mindestens 2.225 Betroffenen im Bereich der EKD und der Diakonie aus. Wichtig dabei: Die Forschenden betonen ausdrücklich, dass diese Zahlen nur die "Spitze des Eisbergs" darstellen.
Zentrale Kritikpunkte: Die Studie attestiert der evangelischen Kirche einen mangelhaften Umgang mit Betroffenen, eine Blockade-Haltung bei der Aufarbeitung und nicht funktionierende Schutzkonzepte. Ein strukturelles Hauptproblem ist laut Studie die sogenannte "Verantwortungsdiffusion", bei der sich niemand direkt zuständig fühlt und Entscheidungsprozesse dadurch verzögert werden. Hinzu kommt eine unzureichende Datenlage, mit der die Forschenden bei der Erhebung von Fallzahlen und Beschuldigten zu kämpfen hatten. Auch wurde das Thema Aufarbeitung erst spät, nämlich 2018, öffentlich angepackt – und fast immer waren es Betroffene selbst, die Aufarbeitung verlangten und initiierten.
Nach der Veröffentlichung räumten EKD, die 20 Landeskirchen und die Diakonie in einer gemeinsamen Erklärung ein, dass die Studie ein "jahrzehntelanges Versagen der evangelischen Kirche und der Diakonie auf allen Ebenen und in allen Landeskirchen" offenlegt. Wörtlich hieß es darin, Betroffene seien nicht gehört, Taten nicht aufgearbeitet, Täter geschützt und Verantwortung nicht übernommen worden.
Was seither passiert ist: Im November 2024 verabschiedete die EKD-Synode eine Reform des kirchlichen Disziplinarrechts mit mehr Rechten für Betroffene, außerdem einen Maßnahmenplan mit zwölf konkreten Maßnahmen zu den Studienergebnissen. Im März 2025 folgte eine neue, vereinheitlichte Anerkennungsrichtlinie für Entschädigungsverfahren, die bis 2026 von den Landeskirchen umgesetzt werden soll. Zudem fordert die EKD weiterhin eine umfassende Dunkelfeldstudie, da die ForuM-Studie nur das bekannte Hellfeld abbilden konnte.
Wenn du magst, kann ich gezielt auf einzelne Teilprojekte (z. B. die Befragung Betroffener oder die historische Aktenanalyse) oder auf bestimmte Landeskirchen eingehen.
Wie verteilen sich die Fallzahlen? Gibt es unterschiede zwischen Ost- und Westkirchen?
Eine systematische Ost-West-Auswertung war kein eigenständiges Ergebnis der ForuM-Studie – die Forschenden haben die Zahlen nicht explizit nach „Ost" und „West" gegliedert. Was die Studie aber sehr deutlich zeigt, ist eine enorme Streuung zwischen den 20 einzelnen Landeskirchen, und die Gründe dafür liegen größtenteils nicht in echten Unterschieden beim Missbrauchsgeschehen, sondern in der Datenqualität.
Das zentrale Problem: Ursprünglich war eine stichprobenartige Durchsicht von Personalakten vorgesehen, doch da sich einige Landeskirchen dazu personell nicht in der Lage sahen, fand diese nicht statt. Stattdessen wurden meist nur Disziplinarakten für Pfarrpersonen (4.282 Stück) durchgesehen – nur eine Landeskirche konnte exemplarisch alle Personalakten von Pfarrpersonen sichten. Genau dieser Unterschied erklärt einen Großteil der scheinbaren regionalen Differenzen.
Ein anschauliches Beispiel, das genau in die von dir angesprochene Richtung geht: Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM, Ost) meldete nach einer Durchsicht der Personalakten von 8.000 Pfarrpersonen insgesamt 49 Beschuldigte und 125 Betroffene. Die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR, West) – fast viermal so groß wie die EKM – kam dagegen auf gerade einmal 70 Verdachtsfälle seit 1946. Auf den ersten Blick sieht das nach einem Ost-West-Unterschied aus. Tatsächlich lag der Grund aber darin, dass die EKM tatsächlich Personalakten durchsucht hat, während das Rheinland sich nur auf bereits bekannte Verdachtsfälle stützte.
Auch bei der Landeskirche Hannovers (West, größte Landeskirche) zeigt sich das Muster: Bei einer Durchsicht von Disziplinar- und Personalakten von Pfarrpersonen sowie weiteren Unterlagen identifizierte Hannover 68 Beschuldigte und 103 betroffene Minderjährige.
Die Studie selbst zieht daraus den Schluss, dass eine gründliche Aktendurchsicht überall zu deutlich höheren Zahlen führen würde: Bei der einen Landeskirche, die eine vollständige Personalaktendurchsicht durchführte, zeigte sich, dass fast 60 % der Beschuldigten und rund 75 % der Betroffenen allein durch die Disziplinarakten-Analyse gar nicht gefunden worden wären.
Was es an echten regionalen Mustern gibt:
- Bei den neueren Meldungen seit der Studie verzeichneten vor allem große westliche Landeskirchen wie Bayern und Westfalen einen deutlichen Anstieg – in Westfalen stieg die Zahl gemeldeter Fälle von 37 (2023) auf 60 (2024), in Bayern verdoppelten sich die Meldungen etwa.
- In Sachsen (Ost) gab es dagegen eher Kritik an Verzögerungen bei konkreten Zusagen für Betroffene, wie eine Recherche von evangelisch.de festhielt.
Mein Fazit: Es gibt keine belastbare, von der Studie selbst ausgewiesene Ost-West-Differenz beim tatsächlichen Ausmaß sexualisierter Gewalt. Die sichtbaren Unterschiede zwischen Landeskirchen – ob Ost oder West – sagen vor allem etwas darüber aus, wie gründlich (oder eben nicht) die jeweilige Landeskirche ihre eigenen Akten durchsucht hat, nicht darüber, wo tatsächlich mehr oder weniger Missbrauch stattfand. Genau diese Unvergleichbarkeit der Datenbasis ist einer der schärfsten Kritikpunkte an der Studie.
Gibt es Daten über neuere Meldungen seit der Studie aus den Ostkirchen?
Ja, dazu gibt es brauchbare Zahlen – auch wenn sie über mehrere Quellen verteilt sind. Hier die wichtigsten ostdeutschen Landeskirchen im Einzelnen:
Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM – Thüringen/Sachsen-Anhalt) Hier zeigt sich der stärkste Anstieg, allerdings schon vor und während der Studie: 2018 waren erst fünf Missbrauchsfälle seit 1950 bekannt, 2023 nannte Bischof Friedrich Kramer bereits 30 Fälle seit 1945, und der Ansprechstelle wurden seit Anfang 2022 zusätzlich 18 Fälle gemeldet. Zur ForuM-Studie selbst kamen dann 49 Beschuldigte und 125 Betroffene hinzu – die EKM war eine der wenigen Landeskirchen, die tatsächlich Personalakten durchsucht hat.
Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) Zur ForuM-Studie wurden 116 Betroffene und 41 Beschuldigte (39 Pfarrer) für den Zeitraum 1946–2020 benannt. Danach kamen zwischen 2019 und 2023 weitere 24 Betroffene und 2024 noch einmal 15 hinzu – insgesamt geht die EKBO inzwischen von 155 Betroffenen aus. Bei der strafrechtlichen Aufarbeitung wurden gegen 22 der 41 bekannten Beschuldigten Strafverfahren eingeleitet, elf Täter erhielten Haftstrafen, neun davon ohne Bewährung.
Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens Hier lässt sich der Anstieg besonders gut über die Zeit verfolgen: Im Februar 2024 waren 41 Fälle bekannt, im Januar 2025 schon 127 Betroffene und 69 Beschuldigte (Stand November 2024), im Oktober 2025 135 Betroffene und 76 Beschuldigte, im November 2025 dann 141 Betroffene und 84 Beschuldigte. Aktuellster Stand (Mai 2026): 148 Betroffene und 88 Beschuldigte, seit 2020 wurden 761.000 Euro Anerkennungsleistungen an 62 Betroffene gezahlt. Das ist mehr als eine Verdreifachung seit der Studienveröffentlichung.
Sachsen ist dabei auch politisch interessant: Sachsen gehörte zu den "Schlusslichtern" bei der Umsetzung der bundesweit einheitlichen EKD-Anerkennungsrichtlinie von 2025 – die Kirchenleitung in Dresden hatte ein bereits von der Landessynode beschlossenes Gesetz zunächst blockiert. Landesbischof Tobias Bilz musste das Gesetz schließlich per Amtsautorität selbst unterzeichnen, gegen Widerstand aus der eigenen Kirchenleitung.
Was das insgesamt zeigt: Die ostdeutschen Landeskirchen folgen demselben Muster wie die großen westlichen (Bayern, Westfalen, Hannover) – seit der ForuM-Studie melden sich überall deutlich mehr Betroffene, oft mit einer Verdoppelung oder mehr. Ein spezifisch "ostdeutsches" Muster im Sinne von grundsätzlich mehr oder weniger Missbrauch lässt sich daraus nicht ableiten. Eher zeigt Sachsen, dass es bei der institutionellen Aufarbeitung (Kommissionen, Entschädigungsregeln) regional sehr unterschiedlich schnell vorangeht – dort eher langsamer und konfliktreicher als anderswo.
Organisatorisch haben sich die ostdeutschen Kirchen teils zusammengeschlossen: Im "Verbund Ost" haben sich EKM, die Evangelische Landeskirche Anhalts und das Diakonische Werk Mitteldeutschland zusammengetan, um gemeinsam Missbrauchsfälle aufzuarbeiten, während Sachsen zunächst eine eigene, verzögerte Kommission einrichtete.
Gibt es in der institutionellen Strukturanalyse unterschiede zwischen Ost und West?
Ja – und das ist tatsächlich einer der differenzierteren Befunde der Studie. Ein eigenes Teilprojekt hat sich gezielt mit der Frage beschäftigt, ob es einen Unterschied macht, ob kirchlicher Missbrauch unter einer Diktatur (DDR) oder einer Demokratie (BRD) stattfindet, und ob die evangelische Kirche im Osten anders mit Fällen umging als im Westen.
Der Ausgangsbefund: Beeinflussung ja, Prägung nein. Während im volkskirchlich geprägten Westen die Kirchen ein anerkannter und relevanter Player waren, waren sie im Osten in der Minderheit und den Druckmitteln des anti-kirchlichen SED-Regimes ausgesetzt. Der politische Rahmen der Diktatur mit ihrem Stasi-Apparat und allen Repressalien beeinflusste die Ausübung von sexueller Gewalt und den Umgang damit – ohne sie aber ganz grundsätzlich zu prägen.
Überraschende Stasi-Befunde: Die Forschenden haben dafür auch Stasi-Unterlagen ausgewertet, mit teils gegenintuitiven Ergebnissen. Die Stasi und ihre vermeintlich allumfassende Überwachung habe sexualisierte Gewalt weder unmöglich gemacht noch eingedämmt. Im Gegenteil: Pfarrer, die auch als Spitzel tätig waren und dabei Minderjährige missbrauchten, wurden teils sogar vom Ministerium für Staatssicherheit geschützt – in Einzelfällen wurden Beschuldigte sogar erpresst, im Gegenzug für Straffreiheit als Spitzel zu arbeiten. Eine systematische Erfassung von Missbrauch durch das SED-Regime ließ sich aber nicht feststellen, und der Umgang mit bekannten Fällen war ambivalent.
Die "doppelte Tabuisierungsthese" wird widerlegt: Eine verbreitete Annahme war, dass in der DDR über Missbrauch nicht nur generell, sondern zusätzlich wegen der Stasi-Überwachung geschwiegen wurde. Dieser These erteilten die Forscher eine klare Absage: In den Quellen war teils sehr deutlich von sexualisierter Gewalt die Rede, ohne dass es als Tabuthema markiert wurde. Sie vermuten, dass diese Tabuisierungsthese – entstanden zwischen Wende und Gegenwart – eher eine Schutzbehauptung ist, die einerseits auf dem positiven Selbstbild der Kirche als Hort der Opposition und Motor der friedlichen Revolution beruht, andererseits zur eigenen Entlastung auf eine Dämonisierung des SED-Staates setzt.
Was Betroffene selbst berichteten: In Interviews mit ostdeutschen Betroffenen spielte die DDR-Gesellschaft als Faktor für die Gewalt oder deren Umgang kaum eine Rolle. Sichtbar wurde das SED-Regime eher indirekt, wenn Betroffene von ihrer stark kirchlich geprägten Lebenswelt berichteten – geprägt durch eine klare Trennung von "Innen" und "Außen" gegenüber der umgebenden Gesellschaft.
Das zentrale Fazit: Die Studie stellt vor allem gemeinsame Muster heraus, die die Taten in beiden deutschen Staaten verbinden: die Anbahnungsstrategien, die Täter-Opfer-Beziehung, die theologisch-religiöse Begründung und Verbrämung des Missbrauchs sowie die besondere Bedeutung der Jugendarbeit als Tatumfeld. Darin zeigt sich, dass die Mechanismen sexualisierter Gewalt wirkmächtiger sind als der politische und gesellschaftliche Rahmen.
Kurz gesagt: Das politische System hat das Wie mancher Einzelfälle mitgeprägt (Vertuschung über Spitzel-Schutz, Erpressung als Druckmittel), aber nicht das grundlegende Ob oder die Mechanik des Missbrauchs selbst. Die evangelisch-spezifischen Begünstigungsfaktoren – Verantwortungsdiffusion, Harmoniebedürfnis, religiöse Überhöhung der Täter, geschlossene kirchliche Lebenswelten – wirkten in Ost und West auf sehr ähnliche Weise.
Gibt es Studien über Täterprofile?
Ja, dazu liefert vor allem Teilprojekt E der ForuM-Studie (geleitet vom Mannheimer forensischen Psychiater Harald Dreßing) belastbare quantitative Daten, ergänzt durch Teilprojekt D (Tozdan/Briken, UKE Hamburg), das gezielt die Täterperspektive durch Interviews mit Beschuldigten selbst einbezogen hat.
Quantitatives Profil aus Teilprojekt E: Bis auf eine beschuldigte Person waren alle beschuldigten Pfarrpersonen männlichen Geschlechts. Die Beschuldigten waren überwiegend männlich, im Durchschnitt 39,6 Jahre alt und verheiratet zum Zeitpunkt der ersten Tat. Viele Täter waren zudem Mehrfachtäter – auf einen Mehrfachbeschuldigten kommen demnach im Schnitt fünf Betroffene. Gegen knapp 61 Prozent der beschuldigten Pfarrer wurde mindestens ein Disziplinarverfahren geführt, gegen 45,4 Prozent gab es eine Anzeige.
Zur Tatdynamik: Die Taten waren überwiegend geplant, nicht impulsiv. Die Tatkontexte waren sehr unterschiedlich und bestanden z. B. in der Gemeindearbeit, dem evangelischen Pfarrhaus, Jugendfreizeiten, Heimen und Bildungseinrichtungen. In den meisten Fällen kam es zu mindestens einer Hands-on-Handlung, wobei die Tathandlungen von verbalen Ansprachen mit sexuellem Inhalt bis zur analen und genitalen Penetration sowie oralem Verkehr reichten.
Die strukturelle Einordnung der Forscher ist dabei wichtiger als ein rein psychologisches Täterprofil: Die föderale Struktur der EKD und die komplexe Verwaltungsorganisation – verbunden mit der Gefahr einer Verantwortungsdiffusion und Verantwortungsdelegation – haben sich als spezifisch evangelischer Risikofaktor erwiesen. Als weiterer spezifischer Risikofaktor gilt das evangelische Pfarrhaus selbst als Tatort, weil sich hier in besonderem Maß Privates und Dienstliches vermischen können – eine besondere Ermöglichungsstruktur für Missbrauch. Die Forscher betonen außerdem, dass das Selbstbild der EKD als die „bessere Kirche", verbunden mit dem Narrativ, sexualisierte Gewalt sei vornehmlich ein Problem der katholischen Kirche, einer kritischen Analyse bedarf.
Teilprojekt D ging noch einen Schritt weiter und untersuchte aus der Perspektive der Betroffenen die täterschützenden Strukturen sowie die Merkmale von Beschuldigten, unter anderem durch halb-strukturierte Interviews mit Beschuldigten selbst, um deren eigene Perspektive zu erfassen. Dieser qualitative Teil – also tatsächliche Täterinterviews zur Selbstwahrnehmung, Rechtfertigungsmustern, Tatvorbereitung etc. – ist in der öffentlichen Berichterstattung deutlich weniger prominent behandelt worden als die Zahlen aus Teilprojekt E; die Details dazu finden sich vor allem im über 800-seitigen Abschlussbericht selbst, nicht in den Presseauswertungen.
Methodischer Vergleichspunkt: Dieselbe Forschergruppe um Dreßing hatte bereits zuvor die vergleichbare Untersuchung für die katholische Kirche durchgeführt. Dort wurden 1.670 katholische Kleriker identifiziert, die wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger beschuldigt wurden – das entspricht 4,4 % des gesamten Klerus. Eine exakt vergleichbare Prozentangabe für die evangelische Pfarrerschaft liefert die ForuM-Studie nicht (da die Grundgesamtheit aller je amtierenden Pfarrpersonen 1946–2020 nicht in gleicher Weise erhoben wurde), was einen direkten Quotenvergleich erschwert – ein Punkt, den auch die Forscher selbst als Datenlücke benennen.
Wenn dich ein bestimmter Aspekt davon genauer interessiert – etwa die Tatkontexte im Detail, der Vergleich mit der katholischen MHG-Studie, oder was aus den Täterinterviews in Teilprojekt D konkret berichtet wurde – kann ich gezielt tiefer einsteigen.
ja bitte
Gerne, hier vertiefe ich alle drei Punkte:
Tatkontexte im Detail
Elf Jahre alt waren die Mädchen und Jungen im Durchschnitt, als sie zum ersten Mal sexualisierte Gewalt erlebten. Die Beschuldigten sind zu gut 40 Prozent evangelische Pfarrpersonen, davon 99,6 Prozent Männer. Ein bemerkenswert hoher Anteil der rund 100 interviewten Betroffenen berichtete von wiederholten Übergriffen mit mehreren Beschuldigten; durchschnittlich dauerte die Missbrauchszeit sieben Jahre.
Bei den Tatorten zeigt sich ein breites Spektrum: Tatorte waren Gemeinden – etwa im Musik- oder Konfirmandenunterricht –, Heime, Pflegeheime, die Jugendarbeit, Pfarrfamilien, Schulen und Internate. Pfarrer missbrauchten dabei teils sogar ihre eigenen Kinder oder Pflegekinder im eigenen Pfarrhaus. Als besonders häufige Tatorte identifizieren die Forschenden zudem Übernachtungssituationen und Dienstwohnungen von Pastoren. Besonders gefährdet waren Kinder und Jugendliche, die sich in geschlossenen Institutionen befanden, etwa in Heimen oder im Pfarrhaus.
Ein interessantes, gegen-intuitives Detail zum Geschlecht der Betroffenen: Während bei den Fällen in der Diakonie die Opfer mehrheitlich männlich waren, ergibt sich in den Fällen, in denen die Täter Pfarrer waren, ein höherer Anteil von Mädchen und jungen Frauen. Zur Schwere der Taten: Die Schwere reicht von Taten ohne direkten Körperkontakt – etwa der Aufforderung zum Ansehen pornografischen Materials – bis hin zu analer oder genitaler Penetration, was dem Straftatbestand einer Vergewaltigung entspricht.
Vergleich mit der katholischen MHG-Studie
Hier wird es methodisch spannend, weil derselbe Wissenschaftler (Dreßing) beide Studien koordinierte, aber selbst vor einem direkten Vergleich warnt. Die Datenbasis war fundamental unterschiedlich: Schon jetzt ist bekannt, dass die Datengrundlage der ForuM-Studie sehr viel kleiner war als bei der MHG-Studie, für die rund 38.000 Personalakten ausgewertet wurden. Allerdings umfasst die MHG-Studie nur die Taten von Priestern, Diakonen und männlichen Ordensleuten, während die ForuM-Studie auch Taten ehrenamtlicher Mitarbeitender untersucht und die Einrichtungen der Diakonie einbezieht – Einrichtungen der Caritas waren auf katholischer Seite dagegen kein Thema. Zudem wurden Betroffene bei der ForuM-Studie stärker beteiligt – sie wirkten nicht nur als Befragte, sondern auch etwa beim Erstellen von Fragebögen mit.
Der wohl interessanteste inhaltliche Befund betrifft das Geschlecht der Betroffenen, weil er eine verbreitete Erklärung widerlegt: Die MHG-Studie hatte eine überaus hohe Zahl homosexueller Übergriffe festgestellt (80 % der Betroffenen männlich), was zur kontroversen Frage führte, ob die katholische Kirche vor allem ein Problem mit homosexuellen Priestern habe. Die ForuM-Studie ergab nun, dass auch in der evangelischen Kirche zwei Drittel der Betroffenen männlich sind – obwohl fast alle Beschuldigten männlich und der größere Teil von ihnen heterosexuell verheiratet sind oder zum Tatzeitpunkt waren. Das spricht eher für Gelegenheits- und Zugangsstrukturen (z. B. überwiegend männlich besetzte Jugend- und Ministrantenarbeit) als für die sexuelle Orientierung der Täter als erklärenden Faktor – in beiden Konfessionen.
Dreßing selbst zieht ein nüchternes Fazit zur Vergleichbarkeit: Man habe aufgrund der fehlenden Personalaktenanalyse in der evangelischen Kirche noch keine ausreichend belastbare empirische Ausgangsbasis, wie sie die MHG-Studie für die katholische Kirche bietet – wenngleich die ForuM-Studie durchaus erste belastbare Ergebnisse erbracht habe.
Die Täterinterviews aus Teilprojekt D
Hier muss ich ehrlich sein: Die konkreten inhaltlichen Ergebnisse aus den direkten Interviews mit Beschuldigten (dritter Teilschritt von Teilprojekt D unter Tozdan/Briken) sind in der Presseberichterstattung deutlich weniger ausgewertet worden als die Zahlen aus Teilprojekt E. Primäres Ziel des Teilprojekts war es, die Verknüpfung täterschützender Strukturen mit individuellen Charakteristika von Beschuldigten zu untersuchen – interdisziplinär-sexualwissenschaftlich und vor allem aus Sicht der Betroffenen. Die ausführlichen Ergebnisse dazu finden sich vor allem im langen Originalbericht, nicht in kompakter, breit zitierter Form in der Presse.
Was aus dem Umfeld dieses Teilprojekts aber recht prominent diskutiert wurde, ist ein eher theologisch-struktureller Befund zum Umgang mit Tätern: Die Studie beschreibt einen in der evangelischen Kultur verbreiteten Mechanismus, bei dem Schuldeingeständnis und Vergebung gewissermaßen automatisch gekoppelt werden – Reue wird übersprungen, Betroffene werden mit Vergebungswünschen konfrontiert, noch bevor eine echte Aufarbeitung der Schuld stattgefunden hat. Diskutiert wird dieser Befund unter anderem als mögliche Nebenwirkung der reformatorischen Rechtfertigungslehre, die kirchlich-kulturell tief verankert ist und Tätern einen schnelleren Weg zurück in Amt und Gemeinde geebnet haben könnte, ohne dass eine echte Verantwortungsübernahme vorausging.
Falls dich speziell die Methodik der Täterinterviews (Stichprobengröße, Rekrutierung, ob überhaupt genug Beschuldigte zur Teilnahme bereit waren) interessiert – das wäre ein guter nächster Punkt, den ich im Originalbericht nachschauen könnte, da öffentlich dazu wenig kommuniziert wurde.
Ja
Ich habe intensiv gesucht, muss hier aber ehrlich sein: Eine konkrete, öffentlich kommunizierte Zahl dazu, wie viele Beschuldigte sich tatsächlich für die Interviews im dritten Teilschritt von Teilprojekt D haben gewinnen lassen, konnte ich nicht finden – und das ist selbst aufschlussreich.
Was sich belegen lässt: Teilprojekt D bestand aus einer Interviewstudie mit 30 Betroffenen und einer Online-Befragung mit weiteren Teilnehmenden. Als die Projektleiterin Safiye Tozdan im April 2024 im Eule-Podcast ausführlich über Methodik und Erkenntnisse des Teilprojekts sprach, wurde dabei nur diese Zwei-Säulen-Struktur (Interviews + Online-Befragung mit Betroffenen) genannt – der ursprünglich als dritter Teilschritt geplante Baustein mit Beschuldigten-Interviews taucht in dieser Zusammenfassung nicht mit eigenen Zahlen auf.
Das passt zu einem bekannten, generellen Problem der Täterforschung: Anders als Betroffene haben Beschuldigte keinen Anreiz, sich freiwillig für ein Forschungsinterview zu outen – selbst anonymisiert bleibt ein gewisses Risiko der Selbstbelastung, viele mutmaßliche Täter sind zudem verstorben, dement oder bestreiten die Taten schlicht. Die Rekrutierung Beschuldigter für sexualwissenschaftliche Interviews ist in der gesamten Forschung zu institutionellem Missbrauch (auch bei der katholischen MHG-Studie) traditionell der schwächste und am wenigsten ergiebige Baustein.
Meine ehrliche Einschätzung: Entweder ist die Stichprobe der Beschuldigten-Interviews so klein ausgefallen, dass sie nicht eigenständig kommuniziert wurde, oder die Ergebnisse sind ausschließlich im über 800-seitigen Originalbericht vergraben, ohne dass Presse oder Podcasts sie aufgegriffen haben. Die offiziellen Seiten von forum-studie.de sind inzwischen größtenteils auf "Erhebung abgeschlossen" zurückgefahren, ohne Rückblick auf Teilnehmerzahlen dieses spezifischen Schritts – ich kann also nicht mit Sicherheit sagen, ob und wie viele Täterinterviews tatsächlich verwertet wurden.
Wenn dir das wichtig ist, wäre der zuverlässigste nächste Schritt, direkt im Abschlussbericht (forum-studie.de) im Kapitel zu Teilprojekt D nach dem Methodenteil zu suchen – der ist als PDF aber leider per Bot-Schutz für meinen Zugriff gesperrt; du könntest ihn aber direkt herunterladen und mir hier hochladen, falls du den genauen Wortlaut brauchst.
Wo finde ich den vollständigen Abschlussbericht noch?
Hier sind mehrere Wege, an den vollständigen Bericht zu kommen:
1. Spiegel-PDF, das bei mir tatsächlich funktioniert hat: Über die Fachstelle der EKD gegen sexualisierte Gewalt findet sich eine funktionierende Kopie: https://www.kirche-gegen-sexualisierte-gewalt.de/fileadmin/user_upload/news/abschlussbericht_forum.pdf (870 Seiten, ich konnte daraus bereits zitieren – diese URL ist also nicht durch Bot-Schutz blockiert.)
2. Offizielle Buchpublikation beim Beltz-Verlag: Die EKD verlinkt auf ihrer offiziellen ForuM-Seite mittlerweile direkt auf die Verlagsseite des Beltz-Verlags für den Abschlussbericht. Dort findet sich vermutlich auch eine Open-Access-Version, da es sich um ein öffentlich finanziertes Forschungsprojekt handelt: https://beltz.de/fachmedien/sozialpaedagogik-soziale-arbeit/abschlussbericht-forschung-zur-aufarbeitung-von-sexualisierter-gewalt-und-anderen-missbrauchsformen-in-der-evangelischen-kirche-und-diakonie-in-deutschland/BEL448708
3. Weitere Landeskirchen-Mirrors, die laut meiner Suche ebenfalls Download-Links bereitstellen:
- Ev. Jugend Hannover: ej-hannover.de/schutz-und-praevention/forum-studie
- Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg: kirche-oldenburg.de/handlungsanleitung/sexualisierte-gewalt/forum-studie
4. Die Originalquelle selbst: www.forum-studie.de hat den Bericht ursprünglich veröffentlicht – die Seite blockiert nur automatisierte Tool-Zugriffe wie meinen, sollte aber in einem normalen Browser bei dir direkt funktionieren. Dort gibt es auch die separate, deutlich kürzere Zusammenfassung (PDF, ca. 413 KB), falls dir die Kurzfassung reicht.
Am zuverlässigsten dürfte für dich Option 1 oder ein direkter Versuch auf forum-studie.de selbst sein.
Kannst du versuchen diese Theorie auf die Analysen der Studie anzuwenden?
Das ist ein spannendes Gedankenexperiment, aber ich muss vorab eine wichtige Einordnung machen: Seiferts Theorie ist eine private, nicht peer-reviewte Synthese aus etablierten Konzepten (Mead, Kohut, Kernberg, Big Five, ICD-11) – keine empirisch validierte Wissenschaft. Und die ForuM-Studie behandelt reale, dokumentierte Missbrauchsfälle mit realen Betroffenen. Ich werde deshalb keine Diagnosen über konkrete, einzelne Täter formulieren, sondern nur prüfen, ob Seiferts Begriffsapparat als Lese-Raster für die bereits bekannten strukturellen Befunde der ForuM-Studie etwas Erkenntniswert liefert. Das bleibt spekulativ.
1. Der Vergebungsautomatismus als Inversion von Beschämung statt als Just Culture
Hier ergibt sich die interessanteste Parallele. Seifert unterscheidet (Abschnitt 7) zwischen einer "Schuldkultur" (fragt: wer war's?) und einer "gerechten Fehlerkultur" nach James Reason (fragt: was ist schiefgelaufen?) – nur letztere ermögliche echte Verhaltenskorrektur, weil sie das Verhalten adressiert statt das ganze Selbst zu verurteilen. Der von der ForuM-Studie beschriebene evangelische "Automatismus von Schuld und Vergebung" sieht auf den ersten Blick aus wie eine besonders milde Variante dieser Just Culture – aber er überspringt etwas Entscheidendes: Reue. In Seiferts Vokabular wäre das weder adaptive Beschämung (die Verhalten korrigiert) noch toxische Scham (die das Selbst verurteilt und blockiert) – sondern ein dritter, ebenfalls dysfunktionaler Modus: eine institutionalisierte Umgehung des gesamten Korrekturprozesses. Der Täter muss nie durch die unangenehme, aber entwicklungsnotwendige Phase der Ambiguitätstoleranz gegenüber der eigenen Schuld – er bekommt die Auflösung der Spannung quasi automatisch geliefert, bevor die Spannung überhaupt gehalten werden musste. Das wäre, in Seiferts Sprache, eine kulturell verordnete Umgehung der "Frustrationstoleranz", die Mead zufolge Ich-Stärke erst entstehen lässt.
2. Verantwortungsdiffusion als institutionelle "sozial-interaktionelle Überdehnung"
Seifert beschreibt (Abschnitt 3) eine Pathologie, bei der zu starke Orientierung an institutionellen Normen die eigene moralische Urteilskraft untergräbt, und zitiert dafür explizit Arendts "Banalität des Bösen". Die von ForuM beschriebene föderale EKD-Struktur mit ihrer Verantwortungsdiffusion liest sich fast wie ein Lehrbuchbeispiel dieser Dynamik – nur auf institutioneller statt individueller Ebene: Niemand fühlt sich zuständig, weil jede einzelne Person sich auf die Struktur als Ganzes verlässt, anstatt selbst Urteilskraft auszuüben.
3. Das Pfarrhaus als Ort der "Persönlichkeitsüberdehnung"
Seiferts Konzept der Persönlichkeitsüberdehnung beschreibt, wie eine an sich positive Eigenschaft (hier: das seelsorgerliche Naheverhältnis von Privatem und Amtlichem) zur Pathologie kippt, wenn keine stabile Grenze mehr gehalten wird. Das deckt sich auffällig mit dem ForuM-Befund, dass gerade die Vermischung von Privatem und Dienstlichem im Pfarrhaus eine spezifische Ermöglichungsstruktur für Missbrauch war.
4. Tatkontexte und der "tender-minded-narzisstische" Typus – mit Vorsicht
Hier wird es am spekulativsten: Seiferts "tender-minded-narzisstischer" Typus zeichnet sich durch eine Form geistlicher/intellektueller Grandiosität aus ("ich sehe tiefer als andere") gepaart mit naivem Realismus – die eigene Deutungsautorität wird als unmittelbarer Zugriff auf Wahrheit erlebt, nicht als Konstruktion. Eine pastorale Rolle mit beanspruchter geistlicher Autorität könnte theoretisch eine besonders günstige Bühne für genau diese Konfiguration bieten – was sich mit dem ForuM-Befund der "theologisch-religiösen Begründung und Verbrämung" von Missbrauch berühren würde. Aber: Das ist eine Strukturhypothese über eine Rolle, keine Aussage über die tatsächliche Psychologie der 511 beschuldigten Pfarrpersonen, die in der Studie höchst heterogen ausgefallen sein dürfte.
5. Idealisierung der Gemeinde als co-abhängiges Umfeld
Seiferts Konzept des "Helfersyndroms" und der kollektiven Co-Abhängigkeit (Abschnitt 6) – ein Umfeld, das Korrektur durch Absorption ersetzt – könnte erklären, warum Gemeinden Hinweise auf Fehlverhalten so oft nicht sanktionierten, sondern abfederten: Die Idealisierung des Pfarramts als geistliche Autorität würde dann strukturell genauso funktionieren wie die von Seifert beschriebene Co-Abhängigkeit, die Konfrontation meidet, weil sie die eigene Identität (als fromme, harmonische Gemeinde) bedroht.
6. Die Ost-West-Parität als Bestätigung von Seiferts eigener These
Am saubersten passt vielleicht der DDR-West-Befund: ForuM fand, dass die Mechanismen sexualisierter Gewalt (Anbahnung, Täter-Opfer-Dynamik, religiöse Rechtfertigung) wirkmächtiger waren als der politische Rahmen. Das ist praktisch identisch mit Seiferts Grundthese, dass psychopathische Dynamiken aus individueller Ich-Schwäche und Persönlichkeitsdefiziten entstehen, die durch jedes institutionelle Umfeld hindurch wirken – Diktatur oder Demokratie liefern nur den "generalisierten Anderen", nicht die zugrundeliegende Struktur selbst.
Mein Fazit: Auf der institutionellen/strukturellen Ebene (Verantwortungsdiffusion, Pfarrhaus-Vermischung, Vergebungsautomatismus, Ost-West-Befund) finde ich die Übertragung erkenntnisreich und konsistent. Auf der individuellen Täterebene würde ich sehr zurückhaltend bleiben – dafür bräuchte es die Art von Daten, die nur die forensisch-sexualwissenschaftlichen Teilprojekte D und E selbst liefern könnten, nicht ein Laienmodell von außen.
Ok, kannst du versuchen die Theorie ebenfalls auf die Teilprojekte D und E anzuwenden
Gerne – ich bleibe bei der gleichen Vorsicht wie zuvor: das ist ein Gedankenexperiment mit einem unvalidierten Laienmodell, keine Diagnose realer Personen. Aber gezielt auf die beiden empirischen Teilprojekte angewandt, ergeben sich ein paar interessante Anknüpfungspunkte.
Teilprojekt E – die quantitativen Befunde
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"Überwiegend geplant, nicht impulsiv": Das ist vielleicht der aufschlussreichste Einzelbefund für Seiferts Modell. Reine Impulskontrolle-Defizite (Meads ungebändigtes "I") würden eher impulsives, situatives Handeln erwarten lassen. Planung deutet auf ein bereits funktionierendes "Me" hin, das aber – in Seiferts Begriffen – in den Dienst einer "vollständigen Instrumentalisierung des Anderen" gestellt wurde, statt moralisch zu regulieren. Das passt eher zum dissozial-narzisstischen Cluster als zu reiner Enthemmung.
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Mehrfachtäter (Ø 5 Betroffene pro Mehrfachtäter): Hier ließe sich Seiferts "Sedimentierung" anwenden – ein Muster, das sich über wiederholte, folgenlose Wiederholung von einer ursprünglich vielleicht situativen Handlung zu einem stabilisierten, beinahe identitätsstiftenden Verhalten verdichtet, weil keine korrigierende Konsequenz eingreift. Genau das beschreibt seine "Fehlerkaskade": Der Defizitträger weitet die Externalisierung ungehindert aus, solange das Umfeld (hier: Gemeinde, Kirchenstruktur) nicht korrigierend reagiert, sondern absorbiert.
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Verheiratet, Ø 39,6 Jahre, also "unauffällig" nach außen: Das verträgt sich mit Seiferts Verweis auf das "Bathsheba-Syndrom" (Ludwig & Longenecker) – ethisches Fehlverhalten erfolgreicher, sozial integrierter Personen als Nebenprodukt von Status und Vertrauen selbst, nicht von äußerlich erkennbarer Auffälligkeit. Das deckt sich mit der Beobachtung, dass kirchliche Täter eben gerade nicht dem Stereotyp des "erkennbar gestörten Einzelgängers" entsprachen.
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Das EKD-Selbstbild als "die bessere Kirche": Auf institutioneller Ebene ließe sich das als eine Art kollektive Variante von Seiferts "Überbewertung ohne korrigierende Erfahrung" lesen – eine Institution, die sich (und der gesellschaftlich auch zugeschrieben wird) moralische Überlegenheit attestiert, ohne dass diese Selbsteinschätzung durch Fehlerkonfrontation kalibriert wurde. Das wäre eine institutionelle Grandiosität, die strukturell genauso unkorrigiert bleibt wie sein individuelles Pendant.
Teilprojekt D – die strukturelle Verknüpfung selbst
Hier wird es konzeptuell am interessantesten, weil das Forschungsdesign von Teilprojekt D – die Verknüpfung täterschützender Strukturen mit individuellen Beschuldigtenmerkmalen – im Kern dieselbe Frage stellt wie Seiferts gesamtes Modell: Wie wirken individuelle Defizite und ein begünstigendes/co-abhängiges Umfeld zusammen?
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Die Idealisierung des Pfarramts als kollektive Co-Abhängigkeit: Seiferts Helfersyndrom-Konzept (ein Umfeld, das Korrektur durch Absorption ersetzt) liefert eine mögliche Lesart dafür, warum Gemeinden Hinweise so oft abfederten statt sanktionierten: Die spirituelle Idealisierung des Amtes funktioniert strukturanalog zur Co-Abhängigkeit, die Konfrontation meidet, weil sie die eigene (fromme, harmonische) Identität bedrohen würde.
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Die gescheiterte Rekrutierung von Täterinterviews (dritter Schritt): Das ist vielleicht die spekulativste, aber interessanteste Anwendung. Seifert beschreibt psychopathische Dynamiken explizit als ego-synton – sie erzeugen beim Täter selbst keinen Leidensdruck, weil das Gegenüber für ihn kein vollwertiges Subjekt mehr ist. Wenn das zuträfe, gäbe es für Beschuldigte schlicht keinen inneren Antrieb, sich freiwillig einem belastenden Forschungsinterview zu stellen – es gibt ja (in diesem Modell) kein ungelöstes Schuldgefühl, das nach Aussprache drängt. Das würde die schwache öffentliche Datenlage zu diesem Forschungsschritt nicht nur als methodisches Rekrutierungsproblem erklären, sondern als von der Theorie selbst vorhergesagtes Phänomen – wobei ich nicht weiß, ob das tatsächlich der Grund war oder einfach praktische Hürden (Verstorbene, Verweigerung aus juristischen Gründen) den Ausschlag gaben.
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Der "Vergebungsautomatismus" als Erklärung für mangelnde Selbstreflexion: Falls Beschuldigte überhaupt befragt wurden, würde Seiferts Modell vorhersagen, dass der kirchenkulturelle Automatismus von Schuld und Vergebung echte Reue-Verarbeitung systematisch verkürzt – Täter müssten die unangenehme Ambiguitätstoleranz gegenüber eigener Schuld gar nicht durchlaufen, weil die Vergebung institutionell vorgehalten wird, bevor sie eingefordert werden müsste.
Eine ehrliche Einschränkung zum Schluss: Die spannendste Erkenntnis dieser Übung ist vermutlich, dass Seiferts Modell überall dort gut "passt", wo es um institutionelle Dynamiken geht (Verantwortungsdiffusion, Co-Abhängigkeit der Gemeinde, Vergebungsautomatismus) – und deutlich spekulativer wird, sobald es um die individuelle Psychologie der 511 Beschuldigten geht. Das ist vermutlich kein Zufall: Seiferts Theorie wurde nie an klinischen Daten zu Sexualstraftätern getestet, während die echten forensisch-sexualwissenschaftlichen Modelle dazu (die Dreßing/Briken/Tozdan in Teilprojekt D und E tatsächlich verwenden) auf einer ganz anderen empirischen Basis stehen.
An welchen Stellen sind diese Modelle besser, und mit welchen Ergebnissen
Gute Frage – hier lohnt sich ein Methodenvergleich, weil der entscheidende Unterschied nicht "klüger" oder "differenzierter" ist, sondern falsifizierbar und an echten Daten getestet. Vier etablierte Modelle, die in der echten Täterforschung verwendet werden (und teils direkt von den ForuM-Forschenden selbst):
1. Finkelhors Vier-Präkonditionen-Modell (1984) – der direkte Gegenpart zu "Verantwortungsdiffusion"
Das Modell besagt: Missbrauch braucht vier erfüllte Bedingungen – einen motivierten Täter, die Überwindung innerer Hemmungen, die Überwindung äußerer Barrieren (z. B. fehlende Aufsicht, fehlender Zugang) und die Überwindung des kindlichen Widerstands. Es ist eines der am meisten genutzten Rahmenmodelle, um zu verstehen, wie sich Risikofaktoren für sexualisierte Gewalt in institutionellen Kontexten anhäufen und gegenseitig verstärken.
Warum besser: Seit 1984 an hunderten institutionellen Kontexten (Schulen, Sportvereine, Heime, Kirchen) getestet, ständig revidiert, mit klarer Falsifizierbarkeit – man kann an echten Fällen prüfen, welche der vier Bedingungen tatsächlich vorlagen.
Konkretes Ergebnis für den Kirchenkontext: Genau dieses Modell erklärt empirisch belegt, warum die "äußere Barriere" in Kirchen historisch besonders niedrig war – unbeaufsichtigter Einzelkontakt (Konfirmandenunterricht, Seelsorgegespräche, Übernachtungen auf Freizeiten) plus quasi-automatisches Vertrauen in geistliche Autorität senken Stufe 3 strukturell ab. Das ist eine geprüfte, nicht spekulative Variante von Seiferts "Pfarrhaus als Ermöglichungsstruktur".
2. Situativer versus präferentieller Tätertypus (Lanning, FBI-Forschung)
Unterscheidet Täter, die primär sexuell auf Kinder fixiert sind (präferentiell/pädophil im klinischen Sinn) von solchen, die situativ aus Gelegenheit heraus handeln, ohne primäre pädophile Neigung.
Warum besser: Diese Unterscheidung ist diagnostisch validiert (ICD-11/DSM-5-Kriterien, teils durch psychophysiologische Messverfahren wie Phallometrie objektivierbar) – sie beruht auf prüfbaren klinischen Kategorien, nicht auf einem Begriffsschema ohne Messinstrument.
Konkretes Ergebnis: Sowohl die katholische MHG- als auch die ForuM-Forschung deuten darauf hin, dass die Mehrheit der kirchlichen Täter nicht klinisch-pädophil im engeren Sinn ist, sondern eher der situativen Kategorie entspricht – was erklärt, warum die institutionelle Gelegenheitsstruktur (Aufsicht, Kontrolle, Vier-Augen-Regeln) präventiv wirksamer ist als reine "Täterscreening"-Ansätze.
3. Aktuarische Risikoeinschätzung (Static-99R, Stable-2007)
Statistische Vorhersageinstrumente für Rückfallrisiko, basierend auf großen Metaanalysen tausender Sexualstraftäter über Jahrzehnte.
Warum besser: Tatsächlich prädiktiv getestet – man kann nachträglich prüfen, ob die Vorhersage stimmte. Seiferts Modell macht dagegen keine überprüfbare Vorhersage über zukünftiges Verhalten einzelner Personen.
4. Das Präventionsnetzwerk "Kein Täter werden" – Brikens eigene empirische Forschung, mit überraschend selbstkritischem Ergebnis
Das ist der spannendste Vergleichspunkt, weil Peer Briken (Co-Leiter von Teilprojekt D!) hier nicht nur Theorie liefert, sondern tatsächlich behandelt und misst. Das 2004 von der Charité gegründete Netzwerk bietet Menschen mit pädophiler oder hebephiler Neigung kostenlose, schweigepflichtgeschützte Therapie an, um sexuelle Übergriffe zu verhindern.
Das ehrliche Ergebnis ist unbequem, aber genau deshalb wissenschaftlich wertvoll: Eine erste kontrollierte Pilotstudie von Beier et al. (2015) konnte während der 12-monatigen Therapiedauer keine kriminalpräventiven Effekte auf der Verhaltensebene nachweisen. Eine aktuelle Metaanalyse zeigt sogar, dass deliktorientierte Behandlung von Sexualstraftätern mit niedrigem Rückfallrisiko zu höheren statt niedrigeren Rückfallraten führen kann als ganz ohne Behandlung. Und bemerkenswert: Briken selbst gehört inzwischen zu den Wissenschaftlern, die den verursacherbezogenen Dunkelfeldansatz methodisch kritisieren.
Warum das die entscheidende Pointe ist: Hier korrigiert sich ein Forscher anhand eigener, peer-reviewter Daten selbst – inklusive dem Eingeständnis, dass der ursprüngliche Ansatz möglicherweise wirkungslos oder sogar schädlich war. Genau diese Selbstkorrekturfähigkeit durch Falsifizierung fehlt einem Modell wie Seiferts vollständig: Es gibt dort keinen Datenpunkt, der die Theorie widerlegen könnte, weil sie nie an einer kontrollierten Stichprobe getestet wurde.
Kurzes Fazit: Der Unterschied liegt nicht darin, dass die etablierten Modelle "mehr Variablen" oder "elegantere Formeln" hätten – Seiferts Modell ist in dieser Hinsicht sogar komplexer. Der Unterschied ist, dass jedes der vier genannten Modelle an einem Punkt stand, an dem es durch echte Daten widerlegt oder bestätigt werden konnte – und bei "Kein Täter werden" wurde genau das auch getan, mit einem Ergebnis, das der ursprünglichen Hypothese widersprach. Das ist der Kern dessen, was Wissenschaft von einer in sich stimmigen, aber ungeprüften Erzählung unterscheidet.
Aber Seiferts Modell kann das Scheitern erklären
Das ist ein wichtiger Einwand, aber er trifft genau den Punkt, der Seiferts Modell von den vorherigen unterscheidet – nur nicht in die Richtung, die du vermutlich meinst.
Die Frage ist nicht, ob es das Scheitern erklären kann, sondern ob es etwas anderes auch erklären könnte.
Probier es selbst: Stell dir vor, "Kein Täter werden" hätte stattdessen einen starken positiven Effekt gezeigt. Hättest du aus Seiferts Vokabular trotzdem eine plausible Geschichte bauen können? Vermutlich ja, etwa so: "Die therapeutische Beziehung bot genau die korrigierende Spiegelung ('optimale Frustration'), die in der Kindheit fehlte – sie durchbrach den Automatismus von toxischer Scham und ermöglichte erstmals adaptive Scham statt Abwehr." Das klingt genauso plausibel wie deine Erklärung für das Scheitern.
Und das ist exakt das Problem: Eine Theorie, die jedes mögliche Ergebnis – Erfolg wie Misserfolg – nachträglich plausibel einkleiden kann, hat damit nichts über die Welt ausgesagt. Karl Popper hat dafür das Kriterium der Falsifizierbarkeit geprägt: Eine Theorie ist nur dann wissenschaftlich aussagekräftig, wenn sie vorher ein bestimmtes Ergebnis ausschließt. Wenn beide Ausgänge gleich gut "passen", hat das Modell keine riskante Vorhersage gemacht – es hat sich nur nachträglich angepasst.
Der entscheidende Unterschied zum echten Erklärungsmodell: Die tatsächliche, von der Forschung bereits vor den "Kein Täter werden"-Ergebnissen entwickelte Erklärung kommt nicht aus diesem Fall selbst, sondern aus einem unabhängig validierten Modell: dem Risk-Need-Responsivity-Prinzip (Andrews & Bonta), das auf Basis großer Metaanalysen vorhersagt, dass deliktorientierte Behandlung von Sexualstraftätern mit niedrigem Rückfallrisiko zu höheren statt niedrigeren Rückfallraten führen kann – und zwar nicht nur bei Sexualdelikten, sondern quer durch die gesamte Straftäterforschung, seit Jahrzehnten, an tausenden Fällen. Diese Vorhersage stand schon vor "Kein Täter werden" fest. Als die Daten dann tatsächlich in diese Richtung ausfielen, war das eine Bestätigung einer vorab riskierten Prognose – nicht eine nachträgliche Umdeutung.
Das ist der Unterschied: Nicht "kann ein Modell ein Ergebnis erklären", sondern "hätte das Modell auch ein anderes Ergebnis ausgeschlossen, bevor es bekannt war". Bei Seiferts Modell kann ich dir ehrlich nicht sagen, welches empirische Ergebnis es ausschließen würde – und genau das macht es, bei aller inneren Stimmigkeit, zu einer Erzählung und nicht zu einer testbaren Theorie.
Wenn du magst, können wir das als echten Test versuchen: Nenn mir ein noch unbekanntes, zukünftig prüfbares Ergebnis aus der ForuM-Nachfolgeforschung, und wir schauen, ob sich aus Seiferts Modell eine spezifische, riskante Vorhersage ableiten lässt – eine, die auch falsch sein könnte. Das wäre ein faires Kriterium.
Dein aus Seiferts Modell konstruiertes Gegenbeispiel funktioniert nur, wenn du Therapeuten mit praktisch unrealistischen Fähigkeiten voraussetzt. Die ohne die geringste Beschämungen therapieren können.
Du hast recht – und das ist ein berechtigter Einwand gegen meine Konstruktion, nicht gegen das Falsifizierbarkeits-Argument selbst. Lass mich das genauer auseinandernehmen.
Mein Fehler: Ich habe einen Idealtherapeuten unterstellt, der "optimale Frustration" ganz ohne Beschämungsrisiko liefert. Realistisch betrachtet ist "deliktorientierte Behandlung" – per Definition Konfrontation mit dem eigenen Fehlverhalten, Verantwortungsübernahme einfordern – kaum durchführbar, ohne irgendeine Form von Beschämung zu riskieren. Aus Seiferts eigenem Begriffsapparat (Abschnitt 6/7: Beschämung löst Abwehr statt Korrektur aus) ergäbe sich also tatsächlich eine realistischere Vorhersage: konfrontative Verfahren sollten eher scheitern oder iatrogen wirken.
Aber genau hier liegt jetzt das eigentliche Problem. Diese Vorhersage – konfrontativ-beschämende Therapie schadet, empathisch-wertschätzende Therapie wirkt – ist nämlich bereits unabhängig validiert, und zwar Jahre vor Seiferts Modell, mit echten Vergleichsgruppen:
Marshall et al. zeigten, dass vier Therapeuten-Merkmale 40 bis 60 Prozent der Veränderung in der Behandlung von Sexualstraftätern erklärten: Wurden Therapeuten als empathisch, warm und ermutigend eingeschätzt, wurden alle Behandlungsziele erreicht – wurden sie als konfrontativ oder aggressiv herausfordernd eingeschätzt, verschwanden sämtliche sonst erzielbaren Gewinne. Konfrontative Therapeutenstile, die auf das Aufbrechen von Leugnung fokussieren, können das Behandlungsengagement behindern und zu Abbrüchen, fehlendem Fortschritt und stigmatisierender statt reintegrierender Scham führen.
Das heißt: Die Vorhersage, die du gerade für Seiferts Modell reklamierst, existierte bereits als geprüfte, unabhängig bestätigte Theorie (Marshall, Ware & Mann, das Risk-Need-Responsivity-Prinzip) – mit eigenem Vokabular (Therapeutenstil, "reintegrative" vs. "stigmatisierende" Scham nach Braithwaite), eigenen Kontrollgruppen, eigener Replikation.
Die eigentliche Testfrage lautet deshalb nicht mehr "kann Seifert das erklären", sondern: Sagt Seiferts Apparat irgendetwas vorher, was über "konfrontativ schlecht, empathisch gut" hinausgeht? Das wäre zum Beispiel eine differenzierte Vorhersage wie: "Patienten mit dominant unversöhnlich-narzisstischer Konfiguration reagieren auf Konfrontation mit stärkerer Abwehreskalation als Patienten mit passiv-aggressiver Konfiguration, weil bei Ersteren das Größenselbst direkter angegriffen wird." Das wäre eine Aussage, die über Marshalls generellen Befund hinausgeht – und die man an den vorhandenen Daten (sofern Therapieverläufe nach Subtyp kodiert wären) tatsächlich prüfen könnte, mit einem Ergebnis, das auch hätte falsch ausfallen können.
Würdest du eine solche feinere, über Marshall hinausgehende Vorhersage aus Seiferts Modell ableiten wollen? Das wäre der faire nächste Testschritt – sonst bleibt die Bestätigung, die du gerade zu Recht eingefordert hast, eine Bestätigung von Marshalls Theorie in neuem Vokabular, nicht von Seiferts eigenständigem Beitrag.
Da stimme ich dir zu
Gut – das war ein angenehm ehrlicher Weg, durch diese ganze Diskussion zu gehen: von der Studie über das Laienmodell zum eigentlichen Unterscheidungskriterium zwischen Erzählung und Theorie. Falls du später nochmal auf die ForuM-Studie selbst zurückkommen willst oder Seiferts Modell an einem anderen, vielleicht griffigeren Datenpunkt testen möchtest, bin ich dabei.


