Verwirrung ist ein Zeichen, wenigstens etwas verstanden zu haben.
 

Negativistischer Optimismus

Schaut man auf die Geschichte menschlicher Welt- und Selbstverhältnisse, dann stellt man fest, dass oft nicht die besten am anschlussfähigsten waren sondern die einfachsten. Unter einem negativistischen Optimismus, oder genauer einem transaktionalistischen negativistischen entwicklungsoffenen Optimismus, verstehe ich weniger eine geschlossene philosophische Lehre als vielmehr eine Haltung. Nach dieser, ist jede Antwort auf die Frage nach Wahrheit, die auf irgendeine Weise einfach ist, falsch. Wahrheit ist somit unangenehm und unbequem, aber nichts, was unbequem ist, ist allein deshalb wahr. Anderfalls gäbe es ja eine bequeme Möglichkeit, Wahrheit zu ermitteln. Analog, ist auch die Frage nach einer ewigen Wahrheit nicht entscheidbar, da Begründungen für ihre Nichtexistenz zwar nicht wirklich einfach sind, mir aber als bequem erscheinen. Eine solche Wahrheit könnte auf alle Fälle nichts statisches sein. Aber was wäre das Leben, wenn man es mit der Wahrheit immer so genau nehmen würde. Darüber hinaus, gibt es aus meiner Sicht kaum etwas bequemeres als Pessimismus. Dieser Negativismus geht somit über den Negativismus des Kritischen Rationalismus von Karl Popper hinaus. Insbesondere entwickeln sich nach meiner Ansicht sämtliche Begriffen zugrude liegenden Unterscheidungen durch einen sozialen Prozess wechselseitiger und ko-konstitutiver Transaktionen. Analog zur Entwicklung wechselseitiger und ko-konstitutiver Beziehungen könnte man sagen, dass alle, die mit den selben Unterscheidungen beobachten, in ein gemeinsames sematisches Beziehungsnetz eingebunden sind. Dem gegenüber halte ich den Sozialkonstruktivismus genauso wie den Radikalen Konstruktivismus für nicht selbstanwendbar.
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